Obwohl ich meinen Büro-Job liebe und grundsätzlich gerne am PC arbeite, bin ich ein absoluter Draussen-Mensch. Dies bedeuted, dass ich in der freien Natur am Ausgeglichensten bin und dort sowohl Energie abbauen als auch neue Kraft schöpfen kann. Am Liebsten bin ich mich draussen am bewegen – sei es laufend oder wandernd in den Bergen oder aber am Arbeiten im eigenen Garten.
Seit mehreren Jahren schon verspüre ich unbändige Lust, immer wieder mal etwas länger in der Natur unterwegs zu sein, für einige Zeit keine Verpflichtungen mehr zu haben und mich hinsichlich meiner Bedürfnisse auf das Allernötigste zu reduzieren. Ich habe gerne Sonne und Wind auf meiner Haut und ich mag es, nach einem langen und anstrengenden Tag wandern saubere und trockene Kleidung anzuziehen, ein Feuer zu machen, mit Heisshunger ein wohlverdientes Abendessen zu geniessen und dann zum Plätschern von Wasser oder dem Rauschen des Windes zufrieden und erfüllt einzuschlafen. Ich bin zudem fasziniert, wie gleich die Menschen draussen in der einsamen Natur sind – alle (oder die meisten) gehen ruhiger und gelassener auf andere Menschen zu, verspüren ähnliche Bedürfnisse und müssen sich mit den gleichen Sorgen herumschlagen. Das Unterwegs-Sein macht in meinen Augen alle gleich, und abgesehen von vielleicht den teuersten Outdoor-Klamotten sind dort draussen weder Reichtum noch Macht oder andere gesellschaftliche Status sichtbar und schon gar nicht von Bedeutung. Ich finde es also äusserst spannend, unterwegs andere, gleichgesinnte Menschen anzutreffen und kennenzulernen.
Nicht zuletzt begeistert mich die perfekte und fehlerlose Schöpfung der Natur, welche – sofern der Mensch sich (noch) nicht eingemischt hat – beindruckend gut funktioniert. Der Kreislauf von Pflanzen, Tieren und anderen Naturelementen wäre also ohne menschliche Eingriffe absolut intakt. Dies wird mir immer wieder bewusst, wenn ich von einer Anhöhe aus einen Sonnenuntergang bewundern kann, einem Adler zuschaue, wie er hoch über mir seine Kreise zieht und aus einigen hundert Metern Entfernung seine Beute ausmachen kann oder eine Meise dabei beobachte, wie sie ihre Jungen mit nicht endender Geduld mit von uns als Schädlinge bekämpften unzähligen Raupen füttert.