Nachdem ich nun während vieler Wochen am überlegen und abwägen gewesen war, wie, in welcher Form und wann ich meine Wanderung durch Norwegen beginnen und durchführen könnte, habe ich mich entschieden, anstatt Ende Mai erst Mitte Juni, also ungefähr 2 bis 3 Wochen später als geplant zu starten, und meine Tour, welche mich ursprünglich von Süden nach Norden durch ganz Norwegen führen sollte, in Schweden zu beginnen. Da die Grenzen zu Norwegen im jetzigen Zeitpunkt für Touristen nach wie vor geschlossen sind und gemäss den Meldungen der Regierungen auch noch unklar ist, wann eine Einreise wieder möglich sein wird, werde ich nicht zu Fuss durchs ganze Land laufen können (oder zumindest nicht in der von den Jahreszeiten vorgegebenen Saison, welche eine Sommer-Tour mit einer entsprechenden 3-Jahreszeiten-Ausrüstung ermöglicht). Mein persönliches «Längs durch Norwegen» beginnt demnach in Örebro in Südschweden, wo ich einige Breitengrade weiter nördlich als der südlichste Punkt Norwegens loswandern werde, um die «verlorene» Zeit aufzuholen.
In Örebro steige ich auf den E1 (Europäischer Fernwanderweg) ein, welchem ich in Richtung Norden bis zur norwegischen Grenze folgen und auf welchem ich nach ungefähr einem Monat wieder auf meine ursprüngliche Norwegen-Route treffen werde. In dieser Region würde mich mein Weg ohnehin ein Stück durchs norwegisch-schwedische Grenzgebeit führen und sogar für einige Tage auf der schwedischen Seite verlaufen. Bis dahin vergeht noch einige Zeit, es wird dann ungefähr Mitte Juli sein und die Einreisemöglichkeiten nach Norwegen werden sich – wie von der norwegischen Regierung in Aussicht gestellt – hoffentlich wieder zugunsten von touristisch Reisenden verändert haben. Mit diesem Plan ist es, da die deutschen Grenzen am 15. Juni wieder öffnen werden, möglich, auf die Art und Weise anzureisen, welche ich mir für meine Tour gewünscht habe: Gemütlich und ohne Eile mit Bahn und Schiff, ohne zu Fliegen und ohne innert wenigen Stunden an den Start-Ort «katapultiert» zu werden, und ohne mich durch überfüllte oder zumindest streng durchreglementierte Flughäfen mit unzähligen Sicherheitsvorschriften durchschlagen zu müssen.
So, nun heisst es also noch die letzten zwei Wochen mein Zuhause geniessen, die letzten Vorbereitungen zu treffen, mich ein letztes Mal mit Freunden und Familie zu treffen und mich auf Montag, 15. Juni 2020, zu freuen, wenn ich um 7 Uhr in der Früh den Zug nach Kiel nehmen werde, um am nächsten Morgen nach einer hoffentlich erholsamen 13-stündigen Fährfahrt in Göteborg und anschliessend in Örebro einzutreffen. Die Zeit läuft…